Luftaufnahme von Reiskirchen

Kommunale Wärmeplanung: Erste Ergebnisse der Eignungsprüfung in Reiskirchen liegen vor

Die kommunale Wärmeplanung versetzt Kommunen in die Lage, die Dekarbonisierung des Wärmesektors vor Ort zu steuern und gibt ihnen dafür einen möglichen Fahrplan für eine langfristig energieeffiziente und nachhaltige Wärmeversorgung an die Hand. Für Reiskirchen erstellt die OVAG dieses verpflichtende Konzept. Dort sollen nun die Ergebnisse der sogenannten Eignungsprüfung zeitnah vorliegen. Bürgerinnen und Bürger haben nach der Veröffentlichung dieser Ergebnisse mindestens vier Wochen Gelegenheit, diese einzusehen und Stellungnahmen zu verfassen.

„Bei einer Eignungsprüfung nach Paragraf 14 des Wärmeplanungsgesetzes werden anhand ausgewählter Kriterien Teilgebiete des zu untersuchenden Gebietes – also der jeweiligen Kommune – gesucht, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine Versorgung durch ein Wärmenetz oder ein Wasserstoffnetz eignen“, erklärt Florian Appelt, Projektmanager bei der OVAG. Eignet sich ein Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für ein Wärme- oder Wasserstoffnetz, so kann für dieses Teilgebiet eine sogenannte „Verkürzte Wärmeplanung“ durchgeführt werden. „In Reiskirchen betrifft dies nur eine sehr geringe Anzahl an Teilgebieten, sodass anhand der gewählten Methode von einer verkürzten Wärmeplanung abgesehen wird und eine vollflächige und vollständige Wärmeplanung für die gesamte Gemeinde erstellt wird.“ Die Ergebnisse sind ab sofort auf der Internetseite der Kommune einsehbar und Stellungnahmen möglich.

Die grundsätzliche Eignung eines Teilgebietes für die Versorgung durch ein Wärme- oder Wasserstoffnetz bedeutet aber nicht, dass dort auch zwangsläufig ein solches aufgebaut werden muss oder werden kann.

Diese Entscheidung ist von weiteren wesentlichen Faktoren abhängig, welche die Wirtschaftlichkeit solcher Maßnahmen maßgeblich beeinflussen.

Daher werden, nach Feststellung der grundsätzlichen Eignung, in weiteren Schritten detailliert der Bestand und existierende Potentiale für erneuerbare Energien untersucht, bewertet und daraus ein Wärmeplan erstellt.

Der fertige Wärmeplan wird Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Wärmewende bis zum Jahr 2045 enthalten. Im Verlauf ist vorgesehen, regelmäßig zentrale Zwischenergebnisse zu veröffentlichen – so auch im Falle der Eignungsprüfungen. „Es ist unser Ziel und unser Anspruch, Bürgerinnen und Bürger sowie Entscheidungsträger bei allen Schritten des Prozesses mitzunehmen. Mit den Ergebnissen der Eignungsprüfung sind wir in Reiskirchen einen weiteren wichtigen Schritt gegangen“, erklärt Dr. Hans-Peter Frank, Leiter der Abteilungen Handel, Erzeugung & Portfoliomanagement und Gebäudeenergiesysteme bei der OVAG.

Im nächsten Schritt werden vorhandene Energie-Einsparpotenziale und Optionen zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen im Gemeindegebiet analysiert und aufgezeigt. Auf Basis dieser Analysen wird ein Zielszenario entwickelt, wie das jeweilige Gebiet in Bereiche mit verschiedenen technischen Lösungen für die Wärmebereitstellung eingeteilt werden kann und damit Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung aussehen könnte. Für Reiskirchen soll der fertige Plan im ersten Quartal 2027 vorliegen.