Symbolischer KiTa-Gedenktag in Reiskirchen
Reiskirchen. In der Gemeinde Reiskirchen gibt es sechs kommunale Kindertagesstätten und zwei in freier Trägerschaft. Die Einrichtungen verteilen sich auf sechs der acht Ortsteile. Die Aufgaben rund um die Kindertagesstätten wachsen – die finanziellen Möglichkeiten halten damit jedoch kaum Schritt.
Ein deutliches Signal setzt in diesem Zusammenhang der sogenannte KiTa-Gedenktag, der für Reiskirchen auf den 03. Mai 2026 fällt. Dieses Datum markiert rechnerisch den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem die Einnahmen aus Elternbeiträgen und Landeszuschüssen die tatsächlichen Kosten der Kinderbetreuung decken. Ab diesem Tag werden die verbleibenden Kosten vollständig durch kommunale Mittel gedeckt und damit von der Allgemeinheit getragen.
Der durchschnittliche KiTa-Gedenktag aller Kommunen im Landkreis Gießen war bereits am 26. April 2026. Aus diesem Grund befindet sich momentan an allen KiTa-Einrichtungen der Gemeinde Reiskirchen ein entsprechendes Hinweisschild. Dieses Zeichen soll sichtbar machen, ab wann die Finanzierung der Kinderbetreuung im Durchschnitt im Landkreis nicht mehr durch reguläre Einnahmen gedeckt wäre.
Auch die Leitungen der Kindertagesstätten in der Gemeinde Reiskirchen unterstützen die Initiative rund um den KiTa-Gedenktag. Gemeinsam mit Bürgermeister Breidenbach machen die KiTa-Leitungen auf die angespannte finanzielle Situation aufmerksam, setzen ein Zeichen für mehr Transparenz und stärken das Bewusstsein für die bestehenden Herausforderungen. Sie sind sich einig: Wenn das Land höhere Qualitätsstandards festsetzt, muss auch die Finanzierung langfristig fair geregelt sein.
„Die pädagogisch hochwertige, professionelle und gute Betreuung der Kinder in unserer Gemeinde in hochwertigen Räumlichkeiten ist uns ein besonderes Anliegen, um Familien zu unterstützen. An diesem hohen Standard werden wir auch nicht rütteln. Daher ist es aber umso wichtiger, dass der Bund und vor allem das Land die KiTa-Finanzierung grundsätzlich reformieren. Gute frühkindliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht dauerhaft zulasten der kommunalen Haushalte gehen“, so Bürgermeister Tobias Breidenbach.
Der KiTa-Gedenktag ist also weit mehr als eine rechnerische Größe: Ein politisches Statement und gesellschaftliches Signal. Die Sicherstellung hochwertiger Kinderbetreuung bleibt eine gemeinsame Verantwortung aller staatlichen Ebenen und erfordert eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung.
