Luftaufnahme von Reiskirchen

Kolumne des Bürgermeisters 09|26

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den letzten Wochen und Monaten haben die Meldungen und Berichterstattungen in Bezug auf die Ortsumgehung B49 für die Ortsteile Reiskirchen und Lindenstruth aufgrund des anstehenden Baubeginns zugenommen. Auch verschiedene Aktionen wurden öffentlichkeitswirksam inszeniert.

Mir ist es wichtig zu Beginn meiner Ausführungen zu betonen: Es ist natürlich legitim, nach wie vor gegen den Bau der Umgehungsstraße zu sein und diese Meinung öffentlich kundzutun. Aber auch für Gegner einer Maßnahme, bzw. wenn man für ein vermeintlich „gutes“ Ziel kämpft gelten Regeln und Anstand. Straftaten können und dürfen nie legitimer Teil politischer oder gesellschaftlicher Diskussionen sein. Leider sind diese, aus meiner Sicht Selbstverständlichkeiten, in den letzten Wochen zunehmend nicht eingehalten worden. So wurden im Kommunalwahlkampf Plakate verschiedener Parteien mit irreführenden Sprüchen überklebt und ein gefälschter Flyer verteilt. Beides Angriffe auf den demokratischen Diskusrs, die wir nicht hinnehmen können.

Einzelne machen aber auch vor Sachbeschädigungen nicht Halt. So sind für vorbereitende Arbeiten aufgestellte Zäune in den letzten Wochen mehrfach mutwillig und absichtlich zerstört worden. Wer mit Straftaten Dinge verhindern möchte, hat sich aus meiner Sicht selbst diskreditiert.

Besonders auffälig waren in den letzten Tagen Beschmierung auf den gemeindlichen Straßen. In Bezug auf diese Aktionen muss man verschiedene Aspekte betrachten. Zum einen wird in den Texten ein Zusammenhang hergestellt, der sachlich nicht richtig ist.

Selbst wenn die Umgehungsstraße nicht gebaut werden sollte, würde das dafür vorgesehene Geld nicht an die Gemeinde Reiskirchen überwiesen werden, damit wir es in unsere Straßen investieren können. Zum anderen sind gerade in diesen Tagen die engagierten Kollegen des Bauhofes in allen Ortsteilen unterwegs, um Schlaglöcher und Beschädigungen so gut es geht auszubessern. Natürlich wollen wir in den nächsten Jahren auch grundlegende Straßensanierungen vornehmen, um in unsere Infrastruktur zu investieren. Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun.

Neben diesen sachlichen und inhaltlichen Punkten, stellt sich aber auch hier die Frage, ob wir es akzeptieren, dass jeder seine Meinung mit Farbe auf öffentliche Straßen schmiert. Auch das können wir nicht hinnehmen. Als Gemeinde haben wir auch nicht die Möglichkeit diese Beschmierungen ohne großen Aufwand zu beseitigen. Daher haben auch wir Anzeige erstattet.

Besonders ärgerlich und verwerflich finde ich jedoch, dass in den letzten Tagen im Bereich des Nonn in Reiskirchen Bänke beschmiert wurden. Diese sind von engagierten, ehrenamtlichen Helfern unserer Seniorenwerkstatt aufbereitet worden, um Ruhemöglichkeiten zu bieten. Diese Art von Vandalismus werden wir nicht tolerieren und haben daher auch hier Anzeige erstattet.

Daher bitte ich auch Sie liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger um Mithilfe. Wenn Sie Hinweise zu den genannten Straftaten haben, melden Sie sich bitte bei der Polizei Grünberg unter 06401 91430.

Unterschiedliche Meinungen: Sehr gerne! Straftan: Nein Danke! Daran sollten sich alle halten!

Herzliche Grüße

Tobias Breidenbach
Bürgermeister