Buergerbus angekommen HP

Die Beantragung des BürgerBusses liegt bereits drei Jahre zurück: Im Februar 2019 besuchten die Mitwirkenden der Reiskirchener Ehrenamtsagentur (REA) die Gemeinde Biebertal und ließen sich das dortige Konzept des Bürgerbusses vorstellen. Jetzt hatte die Wartezeit ein Ende.

Die Gemeinde Reiskirchen kam nun in den Genuss eines Bürgerbusses, der im Rahmen der Offensive „LAND HAT ZUKUNFT – Heimat Hessen“ von der Landesstiftung Hessen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Das Bürgerbus-Projekt wird in Reiskirchen von Ehrenamtlichen begleitet, die sich dankenswerter Weise als Fahrer oder Fahrerin zur Verfügung stellen, um so die Mobilität innerhalb des Gemeindegebietes deutlich zu verbessern.

Das Konzept des Bürgerbusses wurde zuvor von der REA unter Führung von Johannes Reuber gemeinsam mit der Reiskirchener Verwaltung im Detail abgestimmt und in einer Vielzahl von Validierungsrunden beim Land Hessen zur Genehmigung gebracht. Ein Bürgerbus soll insbesondere in dünn besiedelten, ländlichen oder kleinstädtischen Gebieten die dort lebenden Menschen im Alltag unterstützen. Denn dort ist es oft nicht einfach, den Supermarkt, die Arztpraxis oder den Sportverein mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das wird vor allem für ältere oder mobil eingeschränkte Menschen ohne Auto zum Problem. Ein Bürgerbus kann die Lücken im Nahverkehrsnetz schließen: Der von Ehrenamtlichen betriebene lokale Fahrdienst ist eine hilfreiche Ergänzung des Angebots, unter Beachtung eines wesentlichen Kriteriums: Die öffentlichen Verkehrsmittel kann und soll der Bürgerbus dabei nicht ersetzen.

Die Ehrenamtlichen stehen zwar schon in den Startlöchern, müssen allerdings noch etwas warten, bis es endlich losgehen kann. Die Ehrenamtlichen werden in den nächsten Wochen in das Fahrzeug eingewiesen, an einer Sicherheitsschulung teilnehmen und sich mit dem Fahrzeug vertraut machen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Opel Vivaro der neuesten Generation, der über einen reinen Elektroantrieb verfügt. Parallel wird noch die „Wallbox“ installiert, die im Zuge des aktuellen Verwaltungsumbaus realisiert werden wird.

Das Reiskirchener Bürgerbus Konzept zur Verbesserung der Mobilität, steht unter dem Slogan „Bürger für Bürger“ – ehrenamtliche Bürger transportieren Bürger, die sonst nur unter erschwerten Bedingungen oder sogar keine Gelegenheit hatten, tägliche Bedürfnisse zu erledigen. Die Touren sollen von der Haustür bis zum Zielort durchgeführt werden. Insbesondere die Wege zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Bank stehen im Vordergrund. Aber auch der Besuch des Bürgerbüros soll dadurch ermöglicht werden. Es soll festgelegte Tage geben, zu denen der Bürgerbus betrieben wird. Doch auch im Sommer könnten Transporte zum Freibad Ettingshausen stattfinden. Zudem bietet sich die Möglichkeit, dass Reiskirchener Vereine den elektrischen Bürgerbus „mieten“ können, um zum Beispiel Jugendliche zum Auswärtsspiel zu transportieren. Bürgermeister Kromm bestätigt, dass die Gemeinde dieses Projekt unterstützt. So wird der Bus von der Gemeinde zugelassen und auch der Betrieb wird von der Gemeinde organisatorisch unterstützt. Nach dem Motto „Ein Bus für viele aber nicht für alles“ wird die Nutzung damit vielfältig werden, so Kromm.

Bild (Gemeinde Reiskirchen): Der Bürgerbus wurde von der Verwaltung und der REA in Empfang genommen: von links zu sehen sind 1. Beigeordneter Dr. Thomas Stumpf, Astrid Pucket, Adelheid Armstroff, Birgit Gans, Johannes Reuber und Lea Wendling.