Reiskirchen – Klimawandel verursacht immer mehr Schäden
„Stürme und die lang anhaltende Trockenheit haben im Jahr 2018 große Schäden in unseren Wäldern angerichtet“, so Bürgermeister Dietmar Kromm. „Die Auswirkungen werden zum Teil heute erst sichtbar“.
Auch wenn es aktuell ein paar Regentage gibt, hält die Trockenheit in diesem Frühjahr weiter an. In den Böden fehlen durchschnittlich etwa 260 Millimeter Wasser pro Quadratmeter, somit sind es ein Drittel weniger als in normalen Jahren in unseren Breitengraden. Die Wälder stehen nach wie vor unter einem großen „Wasserstress“ und sind anfällig für eine Vielzahl von Schadorganismen.
„Mit großer Sorge müssen wir seit Ostern beobachten, wie sich die Borkenkäfer erneut über die Fichten und Lärchen hermachen. Nachdem die Borkenkäfer bis Ende Oktober letzten Jahres durch die trocken-heiße Witterung beste Vermehrungsbedingungen hatten, steht den Nadelholzbeständen jetzt ein erneut massiver Befall, mit katastrophalen Folgen für die Waldbestände, bevor“, prognostiziert der Bürgermeister.
„Aber auch unsere Laubbäume haben unter der sehr trockenen und heißen Witterung des letzten Jahres stark gelitten. Etliche Schadorganismen, wie Pilze und Insekten, konnten sich in den gestressten Bäumen massenhaft vermehren.

Unserem Gemeindewald, aber auch den anderen Waldeigentümern sowie den betreuenden Förstern von unserem Dienstleister „Hessen Forst“ steht ein schwieriges Jahr bevor. Es geht um die Erhaltung unserer Wälder und die Abwehr weiterer Schäden auf großen Flächen. Schon jetzt haben viele Waldbesitzer hohe Vermögensschäden durch die Witterungsextreme des letzten Jahres erlitten.
Die Gemeindeverwaltung bittet die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass dieses Jahr den ganzen Sommer über Holzerntemaßnahmen durchgeführt werden müssen. Befallene und kranke Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Wald geschafft werden. „Wir kümmern uns um den Wald“, sagt Kromm. „In enger Zusammenarbeit mit dem Forstamt Wettenberg räumen wir auf, pflanzen jungen Wald nach und pflegen die jungen Bäumchen, bis sie kräftig sind und dem Wetter trotzen können.“

Die Schäden am Wald schaffen aber auch Gefahren für die Waldbesucher. Tote und trockene Bäume können umstürzen und in den Baumkronen hängen Totäste, die jederzeit herabstürzen können, warnt die Gemeindeverwaltung. Des Weiteren sind es der Eichenprozessionsspinner oder die Rußrindenkrankheit am Ahorn, die für Menschen gesundheitsschädlich sein können. „Das Betreten des Waldes erfolgt immer auf eigene Gefahr. Wir Waldeigentümer haften nicht für Gefahren, die im Wald lauern können. Seien Sie bitte aufmerksam – ich wünsche allen einen sicheren Spaziergang und beste Erholung in unserer Natur“, so Bürgermeister Kromm abschließend.