Fuchsräude: Ansteckungsgefahr für Hunde

Die Fuchsräude verbreitet sich weiter in Deutschland. Besonders im Frühjahr fallen Jahr für Jahr, ob bei Spaziergängen durch die Natur, oder auch in der Nähe von ländlichen Wohngebieten, häufiger arg „gerupfte" und abgemagerte Füchsen auf. Aus der Ferne, fällt meist hauptsächlich die „nackte" Rute ins Auge. Bei Betrachtung aus der Nähe zeigen sich kahle Körperstellen, vornehmlich an Kopf, Rücken und Bauch, die als Folge sehr intensiven Bekratzen, in fortgeschrittenem Stadium, großflächige Entzündungsherde aufweisen. Ob ein Fuchs an der Räude erkrankt ist, kann meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt werden. Da in der freien Wildbahn eine Behandlung der Räude nicht möglich ist, verenden erkrankte Füchse. Hunde lieben es, sich in Kadavern zu wälzen. Wenn ihr Hund in einer solchen Duftquelle suhlt, sollten sie in den Wochen danach darauf achten, ob er sich ungewöhnlich häufig kratzt.

grk Ansteckungsgefahr fuer Hunde 01Fuchsseuchen sind generell Gefahren für Hunde, denn Hunde gehören wie Füchse zur Gruppe der Caniden — viele Erreger fühlen sich deshalb bei beiden wohl.

Hunde können sich sehr leicht infizieren, wenn sie in direkten Kontakt zu einem Fuchs oder dessen Bau kommen. Besonders gefährdet sind deshalb Jagdhunde während einer Fuchsjagd — zum Beispiel Dackel, deren Aufgabe darin besteht, in Fuchs- und Dachshöhlen zu kriechen, um die Bewohner heraus zu jagen.

Aber auch durch indirekten Kontakt mit infizierten Tieren wird die Krankheit leicht übertragen. Wildtiere wie Wölfe, Waschbären, Dachse, Mäuse und Wildschweine sind dafür ebenso empfänglich wie Hunde und Katzen - auch Menschen können sich infizieren.

Im Wald sollten Hundehalter ihre Hunde darum besser an der Leine führen.

Fuchsräude bezeichnet einen Milbenbefall, der bei Wildtieren meist zum Tod führt. Erreger ist die Grabmilbe Sarcoptes scabiei. Im Unterschied zur Tollwut, die bei deutschen Füchsen dank Impfködern keine Gefahr mehr darstellt, lässt sich Fuchsräude durch Vorsorgeimpfungen nicht verhindern: Eine Milbe ist nämlich ein Spinnentier und kein Virus.

Bei Haustieren lässt sich die Krankheit gut behandeln, und bei Menschen ist sie selbst unbehandelt zwar lästig, aber nicht tödlich. Fuchsräude bei Hunden lässt sich gut erkennen und leicht behandeln, ist für den Hund jedoch mit Leid verbunden. Wenige Wochen nach der Infektion, wenn die Milben sich ausgebreitet haben, juckt dem befallenen Tier die Haut. Juckender Hautausschlag kann viele Ursachen haben; der Juckreiz bei Räude wird aber immer stärker, weil sich die weiblichen Milben in die Haut bohren, dort ihre Eier ablegen. Sollten Tierbesitzer den Verdacht haben, dass ihr Haustier an Fuchsräude leidet, ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten.

Alle Tierbesitzer und Spaziergänger, die tote oder erkrankte Wildtiere sehen bzw. beobachten, werden darum gebeten in diesem Fall den zuständigen Jäger oder Förster zu benachrichtigen.

Reiskirchen, den 3.7.2018
Markgraf
Umweltberater