Gemeinde Reiskirchen appelliert an Bevölkerung zur Rücksichtnahme

Die aktuelle Corona-Virus Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in unserer Gesellschaft. Wir sind angehalten, nur zum Arbeiten oder für wichtige Besorgungen unsere Wohnung zu verlassen; Spazierengehen und Hunde Gassi führen sind ebenfalls erlaubt. „Bitte verlassen Sie nicht die Wege und wenn Sie einen Hund führen, dann bitte immer an der Leine“ so Bürgermeister Dietmar Kromm.

„Immer wieder kommt es vor, dass Spaziergänger nicht auf den Wegen bleiben, sondern über Wiesen oder sogar Äcker laufen“, so Kromm weiter. Oft hätten sie Ihre Hunde nicht angeleint und ließen diese unbeaufsichtigt laufen, so dass es immer wieder dazu komme, dass Gelege von Bodenbrütern zertreten, oder Wildtiere mit ihrem Nachwuchs aufgeschreckt oder gar gehetzt würden.

Besonders jetzt in der Brut- und Setzzeit benötigten Wildtiere Ruhe, um nach dem Winter ausreichend Nahrung aufzunehmen oder ihre Jungen großzuziehen.  Wenn Sie dabei durch unachtsame Spaziergänger, die abseits der Wege laufen, wiederholt gestört oder sogar von Hunden gehetzt würden, habe das schlimme Auswirkungen für die Tiere. Jungtiere oder Nester würden von ihren Eltern verlassen und kämen zu Tode, was auch langfristig einen nicht wieder gut zu machenden Schaden für die Vogel- und Wildbestände verursachen würde.

„Alle vorgenommenen Hegemaßnahmen, wie die Anlage von Blühflächen, die Pflege von Hecken und Feldgehölzen oder auch Zufütterungen werden zunichte gemacht“, äußern sich auch die Wildhüter besorgt. In Hessen sei die Brut- und Setzzeit an keinen festen Termin gebunden. Deshalb gelte es umso mehr, generell sensibilisiert zu sein.  So brüteten die ersten Vögel, wie der Kiebitz, bereits im März auf Äckern und Wiesen, während andere Arten, wie die Rebhühner, teilweise bis in den August hinein auf ihren Gelegen säßen. „Auch der Feldhase oder das Kaninchen beginnen früh im Jahr mit der Aufzucht und setzen ihre Jungen bis in den Herbst hinein“, heißt es weiter.

Ein großes Problem sehe er auch bei der immer wieder angesprochenen Hundekot-Thematik, so Kromm. Längst nicht jeder Hundebesitzer sammle, obwohl die Gemeinde Hundekotbeutel in Spendern auf vielen Wegen anbietet, die Hinterlassenschaften seines Hundes ein. Dies sei nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern bürge auch Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier. Das was auf den Äckern wachse, sei schließlich zu einem Großteil Bestandteil unserer Nahrungskette. Kommen die Kothaufen bei der Ernte oder beim Heumachen mit in die Maschinen, könne dies auch zu einem gesundheitlichen Problem für Wiederkäuer oder in Extremfällen sogar für uns Menschen werden, heißt es weiter.

„Ein Grund mehr, warum das Liegenlassen von Hundekot sowohl im freien Feld als auch auf sonstigen öffentlichen Flächen kein Kavaliersdelikt ist“, so Kromm. Hundehalter, die den von ihrem Hund hinterlassenen Kot liegen lassen, handeln grundsätzlich ordnungswidrig. Eine solche Ordnungswidrigkeit könne, gemäß § 1 Abs. 2, Nr. 5 der Gemeindesatzung über die Reinhaltung öffentlicher Flächen, mit einer empfindlichen Geldbuße von bis zu € 500 geahndet werden.

„Nutzen Sie gerne die Natur und Wege in unserer Gemeinde, um notwendige Erholung zu erhalten, aber bitte respektieren Sie unsere Rahmenbedingungen, nur so erhalten wir unsere vielfältige Flora und Fauna und nur so wird die Artenvielfalt Ihnen und unseren nachfolgenden Generationen - auch in Zukunft - viel Freude bereiten“, so Bürgermeister Kromm abschließend.