Die Kommunen des Teilraums Nord nehmen ab 2020 an dem Gemeinwesenprojekt „DABEISEIN in den Gießener Lahntälern“ teil. Ziel ist die stärkere Beteiligung von Menschen aller Altersstufen an kommunalen Entscheidungsprozessen, sowie die Bekämpfung von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit.

Populistische Ausgrenzungen, das Erstarken der politischen Ränder, viele Arten an Radikalisierungen und eine zusehends verrohende Sprache - das gesellschaftliche Klima ist in den vergangenen fünf Jahren spürbar rauer geworden. Eine Initiative, die seit 2016 in Lollar, Staufenberg, Allendorf (Lda.) und Rabenau versucht, diesen gesellschaftlichen Entwicklungen etwas entgegen zu setzen, ist „DABEISEIN im Lumdatal“. Das im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Gemeinwesenprojekt versucht, Menschen zusammenzuführen und in unserer Gesellschaft einen respektvolleren Dialog zu stärken. Hierzu veranstaltet „DABEISEIN“ Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen Themen, organisiert kommunalpolitische Beteiligungsprozesse, fördert zivilgesellschaftliche Projekte und unterstützt Kinder und Jugendliche im „Jugendforum Lumdatal“ dabei, ihre Interessen selbständig zu vertreten. „Wir vermitteln Kontakte in die Politik und zu anderen Akteuren und versuchen Projekte zu ermöglichen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Insbesondere unterstützen wir Menschen dabei, ihre Interessen im Dialog gegenüber der Kommunalpolitik zu vertreten und sich an unserer Demokratie aktiv zu beteiligen“, beschreibt Andreas Schaper seine Arbeit in der Koordinierungs- und Fachstelle von DABEISEIN.

Da Ende dieses Jahres die erste Förderperiode des Programms „Demokratie leben!“ auslief, stand im Sommer in den Kommunen die Entscheidung an, wie es mit dem Gemeinwesenprojekt nach 2019 weitergehen soll. Seit Anfang September steht nun fest, dass sich alle bisher teilnehmenden Kommunen auch ab 2020 an der zweiten Förderperiode bis 2024 beteiligen werden. Unter dem neuen Namen „DABEISEIN in den Gießener Lahntälern“ kommen mit den Gemeinden Buseck und Reiskirchen zwei weitere Kommunen hinzu. „Wir warten eigentlich nur noch auf den Bescheid des Bundesministeriums. Aber das ist eigentlich nur noch eine Formsache“, so Sven Iffland, der als „federführendes Amt“ mit der administrativen Hintergrundarbeit des Projekts betraut ist.

Der Busecker Bürgermeister Dirk Haas freut sich bereits auf den Start des Projekts in seiner Kommune: „Bürger*innen- und Jugendbeteiligung war und ist uns wichtig. Wir freuen uns daher, dass wir mit DABEISEIN diesbezüglich einen weiteren Partner bekommen. Dies ist auch der wirksamste Weg, Rechtspopulisten Einhalt zu gebieten, die versuchen, mit einfachen Scheinlösungen unsere Gesellschaft zu spalten.“

Auch Dietmar Kromm, Bürgermeister in Reiskirchen, sieht einer künftigen Zusammenarbeit positiv entgegen: „Gerade durch die Erfahrung von DABEISEIN im Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung sehen wir Chancen für Reiskirchen. Wir möchten, dass neben den Verwirklichungen der gesellschaftlichen Ziele für alle Altersgruppen, sich Kinder und Jugendliche stärker in die Reiskirchener Kommunalpolitik einbringen. Neben unserer geplanten Teilnahme an der Landkreis-Initiative ´Jugendgerechte Kommune´ wollen wir Reiskirchen daher auch mithilfe von DABEISEIN auf diesem Gebiet besser aufstellen zu einem besseren Ansprechpartner machen.“

Nähere Infos und Kontaktmöglichkeiten zum Projekt „DABEISEIN in den Gießener Lahntälern“ finden Sie auf der Homepage www.dabeisein-lahntäler.de .

Demokratie leben