In der Vergangenheit wurde die Verwaltung der Gemeinde Reiskirchen mehrfach von Tierschützern kontaktiert, die um den Erlass für eine „Katzenverordnung“ gebeten haben. Hintergrund dieser Verordnung solle das Tierwohl der Katzen sein, da diese von ihren Besitzern meist nicht kastriert würden. Die Tierschützer begehren, dass sie, durch die Satzung geschützt, freilaufende Katzen einfangen, kastrieren und tätowieren dürfen. Die Kosten für diese Registrierungs- und Kastrationsmaßnahmen trügen wohl die Tierschützer.

Bürgermeister Kromm sieht allerdings viele Fragestellungen, insbesondere rechtlicher Art, die mit einer solchen Kastrations- und Registrierungspflicht einhergehen. Gestützt werden die rechtlich aufgeworfenen Fragestellungen durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund, der Spitzenorganisation der kreisangehörigen Gemeinden in Hessen, der schon mehrmals auf die zahlreichen Probleme mit einer kommunalen Katzenverordnung hingewiesen hat.

„Eine Satzung, deren Umsetzung nicht kontrolliert wird oder werden kann, macht wenig Sinn. Damit müssten auch personelle Ressourcen geschaffen werden, die zurzeit nicht zur Verfügung stehen.“, erklärt Bürgermeister Kromm. Insbesondere sei der Tierschutz originäre Aufgabe des Landkreises. „Ich habe Verständnis für das Anliegen der Tierschützer. Jedoch kann ich nicht nachvollziehen, dass so viele streunende Katzen in unserem Bereich unterwegs sein sollen. Belastbare Zahlen haben uns die Tierschützer leider nicht geliefert. Zudem macht ein Flickenteppich in Sachen Tierschutz keinen Sinn. Sollte das Problem wirklich so groß sein, wie von den Tierschützern geschildert, dann sehe ich den Bundes- oder Landesgesetzgeber oder den Landkreis in der Pflicht zu handeln“, so der Bürgermeister.

Im Übrigen habe die Kommune Reiskirchen einen Fundtiervertrag mit „Tierfreund Lich“. Der Bürgermeister bittet, von diesem Vertrag Gebrauch zu machen und streunende, herrenlose Katzen ins Tierheim nach Lich zu bringen. Dort erfolgten, neben einer entsprechenden Unterbringung und Versorgung der Tiere, ebenfalls die Kastration und auch die Registrierung, erklärt Kromm abschließend.